Die Trasse ist vor allem eine leichte Stadtwanderung mit viel Komfort
- Die Route verläuft quer durch Solingen und verbindet Südpark, Mitte, Wald, Gräfrath und den Stadtrand Richtung Haan.
- Der Naturpark Bergisches Land nennt rund 10,15 Kilometer und maximal 4 Prozent Steigung, also eher eine sehr leichte Tour.
- Ich würde für die komplette Strecke als Spaziergang etwa 2,5 bis 3 Stunden reine Gehzeit einplanen.
- Der Weg ist nahezu durchgehend asphaltiert und deshalb auch für Kinderwagen, ruhige Hundespaziergänge und gemütliches Gehen geeignet.
- Der eigentliche Reiz liegt in der Kombination aus grünem Korridor, Stadtblicken und Spuren der alten Bahnvergangenheit.
Warum die Trasse für Wanderer so gut funktioniert
Ich würde die Strecke nicht als Abenteuerwanderung verkaufen, sondern als ausgesprochen angenehme Naherholungsroute. Die Stadt Solingen beschreibt sie als grünes, autofreies Band, und genau so fühlt sie sich auch an: Du gehst geschützt, musst keine Ampeln lesen und läufst nicht ständig auf unruhigem Untergrund. Das macht den Weg gerade für Menschen interessant, die sich bewegen wollen, ohne gleich eine alpine Tour zu planen.
Der Naturpark Bergisches Land nennt für die Trasse rund 10,15 Kilometer und eine maximale Steigung von 4 Prozent. Das ist für Wanderer bemerkenswert komfortabel, vor allem in einer Stadt, die sonst durchaus hügelig sein kann. Gleichzeitig ist die Trasse kein stiller Naturpfad, sondern ein gemeinsam genutzter Weg für Fußgänger, Radfahrer und Skater. Für mich ist das ein Vorteil, solange man mit etwas Rücksicht unterwegs ist: Wer ein schnelles Einzelerlebnis sucht, wird hier weniger glücklich als auf einem schmalen Forstweg. Wer aber einen gut funktionierenden Stadtweg mit Bewegung und Aussicht möchte, bekommt sehr viel.
Genau diese Mischung ist der Punkt: Die Trasse ist leicht genug für einen entspannten Spaziergang, aber lang genug, um nicht bloß ein kurzer Abstecher zu sein. Wenn du wissen willst, wie du die Strecke sinnvoll aufteilst, lohnt sich der Blick auf die praktischen Varianten.
Welche Streckenlänge ich für eine Wanderung wählen würde
Die größte Stärke der ehemaligen Bahntrasse ist zugleich ihr logistischer Haken: Sie ist linear. Du kommst also bequem von A nach B, brauchst aber für den Rückweg entweder Zeit, eine zweite Route oder den öffentlichen Nahverkehr. Genau deshalb plane ich sie nicht blind als Hin- und Rückweg, sondern entscheide vorher, ob ich einen langen Spaziergang, einen Halbtagesausflug oder nur ein Teilstück gehen will.
| Variante | Distanz | Charakter | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Gesamte Trasse | ca. 10 bis 11 km | entspannter Stadt- und Grünweg ohne große Steigungen | alle, die eine leichte, längere Wanderung wollen |
| Südpark bis Gräfrath | ca. 9 km | die klassische Tour mit schönem Wechsel aus Stadt und Grün | Erstbesuch, gemütliches Gehen, Pause in der Altstadt |
| Kurze Teilstücke in der Innenstadt | ca. 3 bis 5 km | ideal für einen Feierabendspaziergang | Familien, Hunde, lockeres Gehen ohne große Planung |
Für eine reine Wanderung würde ich die gesamte Strecke mit Pausen eher als halben Tag einplanen. Wer zügig geht, ist schneller, aber gerade die kleinen Stopps machen den Weg erst interessant. Ich finde den Abschnitt bis Gräfrath am sinnvollsten, wenn man zum ersten Mal dort unterwegs ist: lang genug für ein echtes Naturerlebnis, kurz genug, um nicht in reine Durchgangslogistik zu kippen. Danach kannst du je nach Lust noch weitergehen oder bequem abbrechen.
Wenn du den Weg als Spaziergang mit Rückweg kombinieren willst, ist das Teilstück-Prinzip oft die bessere Lösung. So bleibt die Tour leicht, ohne dass sie beliebig wirkt. Und genau dort beginnt der Teil, der unterwegs wirklich sehenswert ist.

Was unterwegs sehenswert ist
Der Weg lebt nicht von spektakulären Höhenmetern, sondern von kleinen, gut gesetzten Eindrücken. Du gehst durch einen grünen Korridor mit Baumreihen, Büschen und parkähnlichen Flächen, dazwischen immer wieder mit Blicken auf Stadt und Landschaft. Das ist kein Wildnisgefühl, aber es ist sehr angenehm, weil der Weg nie monoton bleibt.
- Südpark als natürlicher Startpunkt für alle, die eine offene, städtische Umgebung mit Grünfläche mögen.
- Botanische Gartenbereiche und parkartige Abschnitte, die den Weg ruhiger und abwechslungsreicher machen.
- Gräfrath als stärkster Stopp für eine Pause, weil die Altstadt den Weg sinnvoll aufwertet.
- Historische Spuren wie Schienenstücke, Hinweise auf alte Meilensteine und der Prellbock am Ende Richtung Haan.
- Bänke und freie Blicke, die den Weg trotz Stadtnähe überraschend entspannt wirken lassen.
Gerade Gräfrath ist aus meiner Sicht mehr als ein hübscher Zwischenpunkt. Es ist der Ort, an dem die Trasse nicht nur als Verbindungsweg funktioniert, sondern als Ausgangspunkt für einen echten Haltepunkt im Spaziergang. Wer dort eine kurze Pause macht, merkt schnell, warum die Route so beliebt ist: Sie liefert nicht nur Bewegung, sondern auch einen erkennbaren Ortsbezug.
Damit dieser Eindruck nicht durch schlechte Planung verloren geht, lohnt sich der Blick auf Ausrüstung, Timing und Rücksicht unterwegs.
So plane ich die Wanderung ohne Fehlannahmen
Die häufigste Fehlannahme ist, die Trasse wie einen Naturpfad zu behandeln. Das ist sie nicht. Sie ist befestigt, bequem und gut ausgebaut. Ich würde deshalb eher an gute Alltagsschuhe oder leichte Wanderschuhe denken als an schweres Trekking-Schuhwerk. Wer lange geht, profitiert von einer vernünftigen Dämpfung, weil Asphalt auf Dauer mehr beansprucht als weicher Waldboden.
- Bei Regen: Die Oberfläche ist zwar gut begehbar, kann aber stellenweise rutschig werden. Eine griffige Sohle ist sinnvoll.
- Bei warmem Wetter: Nimm Wasser mit. Schatten gibt es, aber nicht überall und nicht durchgehend.
- Bei viel Betrieb: Rechne mit Radfahrern und Skatern. Ich gehe dann lieber rechts und halte den Blick früh nach vorn offen.
- Mit Kindern oder Hund: Die Strecke ist gut geeignet, aber die gemeinsame Nutzung verlangt Aufmerksamkeit. Eine Leine ist kein Formalismus, sondern praktisch.
- Für den Rückweg: Plane ihn bewusst. Eine lineare Route wirkt deutlich entspannter, wenn du schon vorher weißt, ob du zurückläufst oder umsteigst.
Ich mag an solchen Wegen besonders, dass sie weniger vom Material als von der Taktung leben. Wer zu schnell losgeht, verpasst die ruhigen Abschnitte; wer zu viel erwartet, übersieht ihren eigentlichen Wert. Diese Trasse ist keine Herausforderung, sondern eine verlässliche Strecke für einen sauberen, gut kontrollierbaren Spaziergang. Und genau das macht sie im Bergischen Land so brauchbar.
Wenn du die Tour nicht isoliert betrachten willst, sondern als Teil eines Solingen-Tages, gibt es noch einen letzten sinnvollen Blickwinkel.
Wie die Trasse einen Solingen-Tag besser macht als eine reine Durchquerung
Am stärksten wird die Strecke, wenn du sie mit einem zweiten Ziel kombinierst. Für mich sind zwei Kombinationen besonders stimmig: erstens ein entspannter Start am Südpark mit einem späteren Abstecher nach Gräfrath, zweitens eine kürzere Teilstrecke, die du mit einer Pause in der Altstadt verbindest. So wird aus dem Weg kein reiner Durchgang, sondern ein Tagesbaustein mit klarer Atmosphäre.
Das funktioniert vor allem deshalb gut, weil die Korkenziehertrasse nicht nach einem festen Wanderformat verlangt. Du kannst sie als Feierabendrunde nutzen, als einfache Tour mit Familie oder als ruhigen Vormittagsweg zwischen Stadt und historischem Ortskern. Ich würde sie deshalb nicht nur als Infrastruktur sehen, sondern als sehr brauchbaren Freiraum: Man geht, ohne sich mit Steigung, Verkehr oder komplizierter Orientierung herumzuschlagen, und hat trotzdem das Gefühl, wirklich unterwegs gewesen zu sein.
Wenn du in Solingen eine leichte Wanderung suchst, die mehr kann als bloß von A nach B führen, ist diese Bahntrasse eine sehr gute Wahl. Sie ist gerade dann stark, wenn du Komfort, Bewegung und ein Stück Stadtgeschichte in einer Tour verbinden willst.