Die Runde um die Genkeltalsperre ist keine große Bergtour, sondern eine verlässliche Wanderung für alle, die im Bergischen Land Ruhe, Wald und Wasser kombinieren wollen. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf die Details: Wie lang ist die Strecke wirklich, wo startet man sinnvoll, und was muss man wegen der Trinkwassertalsperre beachten? Ich ordne die Tour so ein, dass Sie danach ohne Rätselraten planen können.
Die wichtigsten Fakten zur Runde am Wasser
- Die klassische Umrundung liegt je nach Quelle und Zählweise bei knapp 9,3 bis 10 Kilometern.
- Die längere Variante führt über 14 Kilometer und passt besser, wenn Sie bewusst mehr Zeit draußen verbringen möchten.
- Der praktischste Startpunkt ist der Wanderparkplatz in der Ratemicke bei Lantenbach; von dort braucht man noch etwas Fußweg ins Gebiet.
- Die Wege sind meist befestigt, überwiegend flach und damit gut für entspanntes Wandern geeignet.
- Bei Nässe wird es stellenweise matschig, deshalb sind feste Schuhe deutlich sinnvoller als leichte Sneaker.
- Es ist eine Trinkwassertalsperre: Baden, Zelten und Angeln ohne Genehmigung sind nicht vorgesehen.

So fühlt sich die Runde um die Genkeltalsperre an
Ich würde diese Tour als ruhige, bodenständige Wanderung einordnen, nicht als spektakulären Panoramaweg mit großen Höhenmetern. Der Reiz liegt in der Kombination aus Wasser, Wald und einer Landschaft, die bewusst unaufgeregt bleibt. Wer eine klassische Uferpromenade erwartet, ist hier an der falschen Adresse; wer dagegen eine verlässliche Runde für ein paar entspannte Stunden sucht, bekommt genau das.
Der Aggerverband beschreibt das Gebiet als Rundweg zum Wandern und Joggen, ergänzt um einen Wasserlehrpfad. Das passt gut zum Charakter der Strecke: Sie ist nicht technisch, aber auch nicht völlig belanglos. Gerade weil die Talsperre eine Trinkwasserfunktion hat, wirkt das Umfeld ruhig und geschützt, was der Tour mehr Atmosphäre gibt als viele rein touristische Spazierwege.
Wer die Länge kennt, kann die passende Variante wählen, und genau dort wird es für die Planung praktisch.
Welche Variante zu Ihrem Tempo passt
Bei dieser Tour ist die Länge der wichtigste Hebel. Die offizielle Beschilderung und verschiedene regionale Angaben nennen eine kürzere Schleife von rund 10 Kilometern sowie eine erweiterte Runde mit 14 Kilometern. Für mich ist das kein Widerspruch, sondern ein Hinweis darauf, dass man hier sauber zwischen einer kompakten Standardtour und einer längeren Ausführung wählen kann.
| Variante | Länge | Mein Eindruck | Realistischer Zeitpuffer |
|---|---|---|---|
| Klassische Umrundung | knapp 9,3 bis 10 km | Gut für einen Halbtagesausflug, entspannt und überschaubar | 2,5 bis 3,5 Stunden |
| Erweiterte Runde | 14 km | Für alle, die länger im Wald bleiben und mehr Strecke mitnehmen wollen | 3,5 bis 5 Stunden |
Ich würde die kurze Runde wählen, wenn Sie mit Kindern, ungeübten Wanderern oder einfach ohne großen Zeitdruck unterwegs sind. Die längere Version lohnt sich dann, wenn Sie bewusst einen ruhigen Wandertag planen und nicht nur „mal eben“ umrunden möchten. Die Entscheidung ist hier weniger eine Frage der Schwierigkeit als eine Frage des Tempos. Damit ist die Strecke selbst eingeordnet, und als Nächstes zählt, wo man am besten losgeht.
Der beste Startpunkt in Lantenbach
Für die Praxis ist der Wanderparkplatz in der Ratemicke der sauberste Einstieg. Von dort erreicht man das Wandergebiet in etwa 15 Minuten zu Fuß, was angenehm ist, weil man nicht direkt an einer lauten Zufahrtsstraße losläuft. Das Gebiet liegt im Raum Gummersbach-Lantenbach, also gut eingebettet zwischen den beiden Orten, die die Talsperre landschaftlich und touristisch prägen.
Ich finde diesen Start deshalb sinnvoll, weil er zwei Dinge vereint: Man kommt unkompliziert an und steht dann schnell in der eigentlichen Naturkulisse. Wer mit dem Auto anreist, spart sich Umwege. Mit dem ÖPNV ist die Anreise grundsätzlich möglich, aber ich würde sie nur dann wählen, wenn die Verbindung für Ihren Tag wirklich gut passt und Sie kein Problem mit etwas mehr Planung haben.
- Parken: am Wanderparkplatz in der Ratemicke
- Einstieg: über den Fußweg Richtung Talsperre
- Orientierung: die Wege sind markiert und gut begehbar
- Mein Rat: lieber etwas früher starten, wenn Sie die längere Runde gehen wollen
Sobald der Start steht, lohnt sich ein Blick auf die Regeln und die Wegführung, denn gerade an einer Trinkwassertalsperre gibt es ein paar klare Grenzen.
Worauf Sie unterwegs achten sollten
Die Wege sind größtenteils befestigt und als Wald- und Wirtschaftswege angelegt. Das klingt unspektakulär, ist für Wanderer aber ein Vorteil: Man kommt gut voran, ohne ständig auf schwieriges Gelände achten zu müssen. Gleichzeitig bleibt die Tour naturnah genug, dass sie bei Nässe stellenweise matschig werden kann. Ich würde deshalb immer Schuhe mit etwas Profil mitnehmen, selbst wenn der Wetterbericht freundlich aussieht.
Wichtiger noch ist der Schutzstatus der Talsperre. Der Aggerverband weist darauf hin, dass es sich um eine Trinkwassertalsperre handelt. Das bedeutet in der Praxis: nicht baden, nicht zelten und nicht einfach angeln. Auch der Uferbereich ist nicht als frei zugängliche Badestelle gedacht. Wer hier mit der Erwartung anreist, direkt ans Wasser zu können, wird eher enttäuscht. Genau das ist aber auch Teil des Reizes: Die Runde bleibt ruhig und konzentriert sich auf Wandern, nicht auf Freizeitlärm.
Der Lehrpfad mit seinen 13 Stationen ist dafür ein guter Ausgleich. Er macht aus einer einfachen Runde einen Weg mit Inhalt, nicht nur mit Strecke. Wer Lust hat, kann unterwegs also nicht nur laufen, sondern auch die Funktion des Bauwerks und die Umgebung besser verstehen. Danach stellt sich fast automatisch die nächste Frage: Wann lohnt sich die Tour am meisten?
Wann die Tour am meisten Freude macht
Das Bergische ordnet die Tour als geeignet, aber wetterabhängig ein, und genau so würde ich sie auch behandeln. Praktisch heißt das: Sie funktioniert über das ganze Jahr, aber nicht jeder Tag ist gleich angenehm. Im Frühling ist das Licht oft klar und frisch, im Sommer schützt der Wald vor Hitze, und im Herbst bekommt die Strecke mit dem Laub eine starke, ruhige Stimmung. Im Winter kann sie ebenfalls gut gehen, solange der Boden nicht nass und rutschig ist.
Ich persönlich würde die Runde nach starkem Regen nicht als erste Wahl nehmen, weil sich dann gerade auf den naturnahen Abschnitten der Untergrund schnell aufweicht. Wer dagegen einen trockenen Vormittag erwischt, bekommt eine sehr saubere Tour ohne große Reibungsverluste. Für Familien ist das besonders angenehm, weil die Strecke nicht durch komplizierte Passagen ausgebremst wird. Für alle anderen gilt derselbe Grundsatz: Je besser das Wetter und je passender das Schuhwerk, desto entspannter läuft die Runde.
Wenn Sie den Ausflug nicht nur „gehen“, sondern auch sinnvoll nutzen wollen, hilft am Ende noch ein kleiner, realistischer Plan.
Was ich für einen entspannten Ausflug mitgeben würde
Für die kurze Runde reichen aus meiner Sicht wenige Dinge, aber sie sollten stimmen. Ich würde immer Wasser mitnehmen, auch wenn die Strecke nicht extrem lang ist, plus eine kleine Jacke, falls sich das Wetter im Bergischen wieder einmal schneller dreht als erwartet. Wer die 14-Kilometer-Variante geht, sollte zusätzlich etwas Verpflegung einpacken und die Tour eher als Halbtag oder langen Nachmittag planen.
- Festes Schuhwerk mit Profil
- Wasser und kleiner Snack für Pausen
- Wetterfeste Schicht für Wind oder Niesel
- Etwas Zeitpuffer, falls Sie am Lehrpfad hängen bleiben
Genau darin liegt für mich der Wert dieser Runde: Sie ist leicht zu organisieren, landschaftlich ruhig und inhaltlich sinnvoll, ohne aufdringlich zu sein. Wer im Bergischen Land eine unkomplizierte Wanderung mit klaren Regeln, guter Wegequalität und genug Natur sucht, trifft an der Genkeltalsperre eine sehr vernünftige Wahl.